Winterspielparadies geht in die Sommerpause

Von Oliver Siegel
Marburg. Wenn im März in Marburg allmählich wieder der Frühling einkehrt und die heimischen Kinder vermehrt die Spielplätze besuchen, geht für die Mitglieder der Evangelischen Stadtmission Marburg die dritte Saison ihres „Winterspielparadieses“ zu Ende.

Dann hat die Gemeinde wieder gut 3000 mal junge Marburger von null bis vier und ihre Eltern in ihren Räumlichkeiten in der Wilhelmstraße begrüßt. Viele der Familien sind mittlerweile Stammgäste. Seit November hat die Stadtmission jeden Sonntag nach dem Gottesdienst die Stühle beiseite geräumt und Platz geschaffen für Hüpfburg, Trampolin, Bällebad und Bobbycar-Bahn sowie andere attraktive Spielgeräte. Vor mittlerweile drei Jahren machte sich die Stadtmission Gedanken, auf welche Weise sie den Marburgern etwas Gutes tun kann und kam darauf, dass eben ein solcher Indoor-Spielplatz in der Universitätsstadt fehlte. Also entwickelte man ein Konzept, das rasch Unterstützung von Seiten der Stadt Marburg, mehreren heimischen Firmen und Bürgern fand, schaffte Spielgeräte an und eröffnete dann im Winter 2010 erstmals das „Winterspielparadies“. 
Betreut wird das Angebot ehrenamtlich von etwa 25 Mitarbeitern der Gemeinde. Die pro Saison benötigten 4000 Euro für Heizung, Strom, Reinigung, Reparaturen und Neuanschaffungen werden zu einem Drittel durch Spenden der Besucher abgedeckt. Hochkonjunktur hat der Spielplatz alljährlich im Januar, wenn die Weihnachtszeit vorbei und das Wetter draußen oft ungemütlich ist. Gemeinschaftspastor Thomas Huth freut sich, dass das Angebot seiner Gemeinde bei den Marburger Eltern so gut ankommt und verweist auf die Rückmeldungen, die das Organisationsteam in Form von Feedbackbögen von den Gästen erhält. Diese seien überwiegend sehr positiv, berichtet Huth. Sowohl die Räumlichkeiten der Stadtmission, als auch die Freundlichkeit der Mitarbeiter und die Atmosphäre im „Winterspielparadies“ würden von den Eltern als sehr angenehm erlebt. Dies komme auch in vielen Gesprächen zum Ausdruck, in denen die Gäste Dankbarkeit und Interesse an der Gemeindearbeit zum Ausdruck bringen. Das wuselige Treiben, das die kleine Gemeinde an so manchem Wintertag auf Trab hält, bestärkt die Stadtmission natürlich in ihrer Absicht, das „Winterspielparadies“ auch im nächsten Winter wieder zu eröffnen. 
Untätig ist man aber auch in der Zwischenzeit keineswegs. Auch in den Sommermonaten bietet die Stadtmission einige Angebote für junge Familien. Darunter das „Minispielparadies“, eine Spielgruppe für Kinder bis drei Jahre und ihre Geschwister. In kleinerem Rahmen, aber mit vielen aus dem „Winterspielparadies“ bekannten Spielgeräten können sich die Kleinen zwischen März und Oktober donnerstags am Vormittag (10 bis 11.30 Uhr) und am Nachmittag (15.30 bis 17 Uhr) in der Stadtmission austoben, während die Eltern in gemütlicher Runde miteinander ins Gespräch kommen können. Ab September setzt sich dann wieder das Organisationsteam des „Winterspielparadieses“ zusammen, um die mittlerweile vierte Saison der Veranstaltung zu planen, die von immer mehr Familien auch aus dem Umland geschätzt wird.